Stand: Oktober 2026
Shopify ist ein gemietetes, gehostetes Shopsystem mit monatlicher Gebühr. WooCommerce ist ein kostenloses Plugin für WordPress, das Sie selbst hosten, warten und absichern. Die Lizenzkosten unterscheiden sich stark — die Gesamtkosten deutlich weniger.
Der eigentliche Unterschied ist keine Preisfrage. Es ist die Frage, wer für Technik, Sicherheit und Updates verantwortlich ist. Bei Shopify ist es Shopify. Bei WooCommerce sind Sie es — oder jemand, den Sie dafür bezahlen.
Der direkte Vergleich
| Shopify | WooCommerce | |
|---|---|---|
| Grundkosten | ab ~27 €/Monat | 0 € (Plugin) |
| Hosting | enthalten | 20–200 €/Monat |
| Wartung und Updates | Shopify | Sie |
| Sicherheit | Shopify | Sie |
| SSL | enthalten | meist beim Hoster |
| Einrichtungsaufwand | gering | mittel bis hoch |
| Technische Kenntnisse | kaum nötig | hilfreich bis nötig |
| Flexibilität | begrenzt | sehr hoch |
| Checkout anpassen | stark eingeschränkt | frei |
| Transaktionsgebühr | ja, tarifabhängig | nein (nur Zahlungsanbieter) |
| Skalierung bei Lastspitzen | automatisch | Hostingfrage |
| Datenhoheit | bei Shopify | bei Ihnen |
Was beide tatsächlich kosten
Der verbreitete Satz „WooCommerce ist kostenlos“ stimmt nur für das Plugin.
Shopify, kleiner Shop:
| Posten | Monatlich |
|---|---|
| Tarif Basic (jährlich) | 27 € |
| Transaktionsgebühren bei 10.000 € Umsatz | 210 € |
| Apps | 50 € |
| Gesamt | ~287 € |
WooCommerce, vergleichbarer Shop:
| Posten | Monatlich |
|---|---|
| Hosting (leistungsfähig) | 40 € |
| Premium-Theme (umgelegt) | 8 € |
| Plugins (Premium-Lizenzen) | 35 € |
| Zahlungsanbieter bei 10.000 € | 195 € |
| Wartung (Agentur oder Zeit) | 150 € |
| Gesamt | ~428 € |

Der Wartungsposten ist der entscheidende. Er wird in fast jedem Vergleich weggelassen, weil er sich schlecht beziffern lässt. Wer ihn mit 0 € ansetzt, rechnet die eigene Arbeitszeit als kostenlos — bei zwei bis vier Stunden im Monat für Updates, Backups und Fehlerbehebung ist das keine realistische Annahme.
Wo Shopify besser ist
Technik ist erledigt. Keine Updates, keine Sicherheitslücken, keine Serverprobleme. Für Händler ohne IT der wichtigste Punkt überhaupt.
Checkout. Shopifys Checkout ist einer der am stärksten optimierten im Markt und wird laufend weiterentwickelt — ohne Ihr Zutun.
Lastspitzen. Ein Beitrag geht viral, eine Aktion läuft an — Shopify skaliert automatisch. Bei WooCommerce ist das eine Hostingfrage, die vorher gelöst sein muss.
Schneller Start. Ein verkaufsfähiger Shop steht in Tagen statt Wochen.
Support. Ein Ansprechpartner statt Zuständigkeitsfragen zwischen Hoster, Theme-Anbieter und Plugin-Entwicklern.
Wo WooCommerce besser ist
Flexibilität. Alles ist anpassbar — Checkout, Datenstruktur, Geschäftslogik. Bei Shopify ist der Checkout auf den normalen Tarifen weitgehend fest.
Keine Transaktionsgebühren. Nur die Gebühren des Zahlungsanbieters. Bei hohem Umsatz summiert sich das.
Datenhoheit. Daten liegen auf Ihrem Server. Für manche Branchen und Vorgaben ist das entscheidend.
Inhalte. WordPress ist ein Redaktionssystem mit Shop, Shopify ein Shop mit Blogfunktion. Wer stark auf Inhalte setzt, hat mit WordPress mehr Möglichkeiten.
Keine Abhängigkeit von einem Anbieter. Niemand kann Preise ändern oder Funktionen einstellen.

Für wen was passt
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Kein technisches Team | Shopify |
| Schneller Start wichtig | Shopify |
| Mehrere Länder und Währungen | Shopify |
| Bestehende WordPress-Website | WooCommerce |
| Inhalte sind zentral für das Geschäft | WooCommerce |
| Sehr individuelle Geschäftslogik | WooCommerce |
| Daten müssen selbst gehostet werden | WooCommerce |
| Umsatz über 1 Mio. €, eigenes Team | beides möglich |
| Sehr hohes Volumen, Gebühren zählen | WooCommerce oder Shopify Plus |
Die deutsche Perspektive
Drei Punkte, die in internationalen Vergleichen fehlen.
Rechtstexte. Für beide Systeme gibt es deutsche Dienste, die abmahnsichere Texte automatisch aktuell halten. Bei WooCommerce ist die Auswahl größer und die Integration enger — die deutsche WordPress-Landschaft ist in diesem Punkt weiter.
Buchhaltung. DATEV, lexoffice und sevdesk sind für beide Systeme anbindbar. Bei WooCommerce gibt es mehr deutsche Lösungen, bei Shopify sind sie meist ausgereifter.
Rechnungskauf. In Deutschland erwartet. Bei beiden Systemen über Anbieter wie Klarna oder Billie lösbar — bei Shopify fällt dafür die Zusatzgebühr für externe Zahlungsanbieter an.
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Der Wechsel
Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich zwischen beiden Systemen migrieren. Das Theme nicht — ein Wechsel bedeutet Neuaufbau des Designs.
Realistischer Aufwand: vier bis zwölf Wochen, je nach Katalogumfang und individuellen Funktionen. Der häufigste unterschätzte Posten sind Weiterleitungen: Ohne saubere 301-Weiterleitungen verliert man die aufgebauten Rankings.
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Häufige Fragen
Ist WooCommerce günstiger als Shopify?
Bei den Lizenzkosten ja — das Plugin ist kostenlos. Bei den Gesamtkosten meist nicht: Hosting, Premium-Plugins, Wartung und Sicherheit kommen hinzu. Rechnet man Wartungsaufwand realistisch mit, liegen beide Systeme nah beieinander.
Was ist einfacher, Shopify oder WooCommerce?
Shopify, deutlich. Ein verkaufsfähiger Shop steht in Tagen, ohne technische Kenntnisse. WooCommerce verlangt Entscheidungen zu Hosting, Sicherheit und Plugins, die Vorwissen voraussetzen.
Ist WooCommerce sicher?
Es kann sicher betrieben werden, verlangt aber aktive Pflege: regelmäßige Updates von WordPress, Theme und Plugins, Backups und Absicherung des Servers. Die meisten Sicherheitsvorfälle entstehen durch veraltete Plugins, nicht durch WooCommerce selbst.
Kann ich von WooCommerce zu Shopify wechseln?
Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich übertragen, das Theme muss neu gebaut werden. Vier bis zwölf Wochen sind realistisch. Entscheidend sind saubere 301-Weiterleitungen, damit die Rankings erhalten bleiben.
Welches System ist besser für SEO?
Beide können gut ranken. WooCommerce bietet mehr Kontrolle über URL-Struktur und technische Details, WordPress ist für Inhalte stärker. Shopify bringt eine solide Basis mit festen URL-Pfaden. Der Unterschied im Ergebnis ist deutlich kleiner als der Unterschied im Aufwand.
Was ist besser für einen deutschen Shop?
Beide funktionieren. WooCommerce hat bei deutschen Rechtstext- und Buchhaltungslösungen die größere Auswahl, Shopify nimmt den technischen Betrieb ab. Für Händler ohne IT ist Shopify in der Regel der pragmatischere Weg.
Brauche ich für WooCommerce einen Entwickler?
Für den Start nicht zwingend, für den laufenden Betrieb praktisch schon. Updates, Kompatibilitätsprobleme zwischen Plugins und Sicherheitsthemen fallen regelmäßig an. Wer das nicht selbst übernehmen will, braucht einen Dienstleister.
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