Stand: Oktober 2026
Eine Migration zu Shopify dauert je nach Umfang 6 bis 20 Wochen und kostet zwischen 5.000 und 25.000 €. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich übertragen. Design, Funktionen und Integrationen müssen neu gebaut werden.
Das größte Risiko ist weder technisch noch finanziell: Es sind die Weiterleitungen. Eine Migration ohne saubere 301-Weiterleitungen kostet regelmäßig 30 bis 60 % des organischen Traffics — und die Erholung dauert Monate.
Was übertragen wird und was nicht
| Element | Übertragbar |
|---|---|
| Produkte mit Varianten | ✅ |
| Produktbilder | ✅ |
| Kategorien / Kollektionen | ✅ |
| Kundendaten | ✅ |
| Bestellhistorie | ✅ (teils eingeschränkt) |
| Blogbeiträge | ✅ |
| Statische Seiten | ✅ |
| Bewertungen | ⚠️ je nach System und App |
| Design / Theme | ❌ Neuaufbau |
| Individuelle Funktionen | ❌ Neuaufbau |
| Integrationen (ERP, PIM) | ❌ Neuanbindung |
| URL-Struktur | ❌ ändert sich zwangsläufig |
Die letzte Zeile ist der Kern des Problems. Shopify erzwingt feste Pfade — /products/, /collections/. Jede bestehende URL ändert sich. Jede.
Der Ablauf
Phase 1: Analyse (1–2 Wochen)
Bestandsaufnahme: Wie viele Produkte, welche Varianten, welche individuellen Funktionen, welche Integrationen, welche Seiten bringen Traffic.
Das Wichtigste in dieser Phase: Export aller bestehenden URLs mit ihrem Traffic. Diese Liste ist die Grundlage für den Weiterleitungsplan — und wer sie nicht am Anfang erstellt, erstellt sie nie.
Phase 2: Aufbau (3–8 Wochen)
Theme aufsetzen, Design umsetzen, Funktionen nachbauen. Der größte Zeitblock.
Hier entscheidet sich, ob die Migration teuer wird: Jede individuelle Funktion des alten Systems muss entweder durch eine App, durch Shopify-Bordmittel oder durch Entwicklung ersetzt werden. Eine ehrliche Prüfung lautet: Wird diese Funktion wirklich genutzt? Viele Migrationen schleppen Funktionen mit, die seit Jahren niemand verwendet.
Phase 3: Datenübertragung (1–2 Wochen)
Produkte, Kunden, Bestellungen. Technisch der am besten gelöste Teil — es gibt etablierte Werkzeuge.
Typische Stolpersteine: Varianten mit mehr als drei Optionen (Shopify-Grenze), Sonderzeichen und Umlaute in Produktdaten, Preise mit abweichender Steuerlogik, mehrsprachige Inhalte.
Phase 4: Weiterleitungen (1–2 Wochen)
Der Teil, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
Jede alte URL braucht eine 301-Weiterleitung auf das neue Ziel. Nicht auf die Startseite — auf die inhaltlich entsprechende Seite. Eine Weiterleitung aller Produktseiten auf die Startseite ist technisch eine Weiterleitung und praktisch ein Totalverlust.
| Alt | Neu |
|---|---|
| /shop/laufschuhe/nimbus-26 | /products/nimbus-26 |
| /kategorie/damenschuhe | /collections/damenschuhe |
| /ueber-uns | /pages/ueber-uns |
| /blog/laufschuh-guide | /blogs/ratgeber/laufschuh-guide |

Phase 5: Livegang und Nachlauf (1–4 Wochen)
Domain umstellen, Weiterleitungen prüfen, Search Console beobachten, Tracking verifizieren.
Rechnen Sie mit zwei bis acht Wochen Schwankung in den Rankings. Das ist normal. Ein Einbruch, der sich nach acht Wochen nicht erholt, ist es nicht.
Kosten
| Umfang | Kosten | Dauer |
|---|---|---|
| Klein (bis 200 Produkte, Standarddesign) | 5.000–9.000 € | 6–8 Wochen |
| Mittel (bis 1.000 Produkte, individuelles Design) | 10.000–18.000 € | 10–14 Wochen |
| Groß (über 1.000 Produkte, ERP-Anbindung) | 18.000–35.000 € | 14–20 Wochen |
| Shopify Plus mit mehreren Märkten | ab 30.000 € | 16–24 Wochen |

Der Posten, der am häufigsten im Angebot fehlt, sind die Integrationen. Warenwirtschaft, Buchhaltung, Versanddienstleister, PIM — jede Anbindung ist eigene Arbeit und wird in Pauschalangeboten gern übersehen.
Die fünf häufigsten Fehler
1. Weiterleitungen als Nachgedanke. Der teuerste Fehler. Der Plan muss vor dem Livegang stehen, nicht danach.
2. Alles mitnehmen wollen. Jede Funktion des Altsystems nachbauen zu lassen, verdoppelt die Kosten. Eine Migration ist der beste Zeitpunkt, Ballast abzuwerfen.
3. Produktdaten ungeprüft übernehmen. Gewachsene Kataloge enthalten Dubletten, fehlende Bilder, veraltete Beschreibungen. Migration ist der Moment, um aufzuräumen — danach wird es nicht mehr gemacht.
4. Tracking nicht neu aufgesetzt. Analytics, Google Ads, Meta-Pixel, Conversion-Tracking — alles muss neu eingerichtet und getestet werden. Ein Shop ohne funktionierendes Tracking fliegt blind durch die kritischste Phase.
5. Livegang vor der Hochsaison. Keine Migration im Oktober, wenn das Weihnachtsgeschäft trägt. Die ruhigste Phase des Jahres ist die richtige.

Checkliste vor dem Livegang
- Alle alten URLs exportiert und zugeordnet
- 301-Weiterleitungen eingerichtet und stichprobenartig getestet
- Produktdaten vollständig, Bilder vorhanden
- Preise und Steuersätze geprüft
- Zahlungsarten getestet — inklusive Rechnungskauf
- Versandregeln und -zonen geprüft
- Rechtstexte eingebunden
- Tracking eingerichtet und mit Testbestellung verifiziert
- Search Console für die neue Property eingerichtet
- Sitemap eingereicht
- Testbestellung vollständig durchlaufen
- Backup des alten Systems gesichert
Der letzte Punkt wird regelmäßig vergessen. Das alte System mindestens drei Monate zugänglich halten — es gibt immer etwas, das erst später auffällt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Shopify-Migration?
Je nach Umfang 6 bis 20 Wochen. Ein kleiner Shop mit bis zu 200 Produkten und Standarddesign braucht 6 bis 8 Wochen, ein großer mit ERP-Anbindung 14 bis 20 Wochen. Der größte Zeitblock ist der Aufbau von Design und Funktionen.
Was kostet eine Migration zu Shopify?
Zwischen 5.000 € für kleine Shops und 35.000 € für große Projekte mit Integrationen. Der am häufigsten unterschätzte Posten sind die Anbindungen an Warenwirtschaft, Buchhaltung und Versand.
Verliere ich bei einer Migration meine Google-Rankings?
Nur bei fehlenden oder falschen Weiterleitungen. Mit sauberen 301-Weiterleitungen auf inhaltlich entsprechende Seiten bleiben die Rankings weitgehend erhalten, nach zwei bis acht Wochen Schwankung. Werden alle URLs auf die Startseite geleitet, ist der Verlust erheblich.
Welche Daten lassen sich zu Shopify übertragen?
Produkte mit Varianten und Bildern, Kategorien, Kundendaten, Bestellhistorie, Blogbeiträge und statische Seiten. Nicht übertragbar sind Design, individuelle Funktionen und Integrationen — diese müssen neu gebaut werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Migration?
In der umsatzschwächsten Phase des Jahres, mit ausreichend Abstand zur Hochsaison. Für die meisten deutschen Händler sind das Januar bis März oder Mai bis Juli. Eine Migration kurz vor dem Weihnachtsgeschäft ist ein vermeidbares Risiko.
Kann ich die Migration selbst durchführen?
Technisch ist die Datenübertragung mit bestehenden Werkzeugen machbar. Kritisch sind Weiterleitungsplan, Design-Neuaufbau und Integrationen. Bei einem kleinen Shop ohne besondere Funktionen ist Eigenleistung möglich, ab mittlerer Größe selten sinnvoll.
Was passiert mit meinen bestehenden Kundenkonten?
Kundendaten lassen sich übertragen, Passwörter aus Sicherheitsgründen jedoch nicht. Kunden müssen ihr Passwort nach der Migration neu setzen. Eine Ankündigung per E-Mail vor dem Umstieg reduziert Supportanfragen deutlich.
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